In einer nun wahrlich langen Geschichte voller Irrungen und Wirrungen hat sich um die ›Liebe‹ eine Art Hof von Absolutheit, Einzigartigkeit und Unerreichbarkeit gebildet, zugleich eine Aura von Abhängigkeit, Herrschaft, Macht – als ihre gleichsam stillen Passagiere, die immer irgendwie mit-gegenwärtig sind.
Menschen, die sich nah sind, haben sich einander ›angenähert‹. So schwingt denn in dem, was da ›Nähe‹ meint, immer eine gewisse graduelle Entfernung mit, in der man sich begegnet – oder eben auch nicht.
Und genau darum geht es in dieser bedenkenswerten Anthologie Thea Caillieux’: um die vielen Abstufungen dessen, was wir Freundschaft und Liebe und Zuneigung – und ihre Gegenstücke nennen. Oder anders formuliert: Dieses Lesebuch Von Nähe und Ferne, diese facettenreiche Sammlung von Gedanken und Gedichten ist ein wahres Sensibilisierungsbuch, ein Musterbuch der Gefühle. Für Verliebte und Nichtverliebte gleichermaßen …
Mit einem Prolog von Alaida Assmann